Nach wie vor ist in den Augen der CDU ein Bad eine wichtige Institution in jeder Gemeinde. Eine der wenigen Einrichtungen, die, wie auch Sporthallen, allen Altersstufen und Schichten der Bevölkerung zugute kommt. Allerdings zeigt der vorliegende Haushaltsplan nur die Finanzierung eines Hallenbads bis 2022 auf.
Das Haushaltsdefizit vergrößert sich bis dahin, die Rücklagen sind nach Herrn Herings Berechnungen Ende 2022 auf 11.000 € zurückgefahren (allein der Fahrradschuppen auf dem Gelände des JUZ hat letztes Jahr 20 000 € gekostet) und die Summe der Verluste beträgt in den Jahren 2018 bis 2022 6,8 Mio €. Es wird deutlich, dass ab dem Jahr 2023 größere Investitionen nicht mehr zu realisieren sind und alle möglichen Einsparungen getroffen werden müssen.
Die Gemeinde kann dann nicht mehr entscheiden, ob sie Investitionen und Einsparungen will oder braucht, da die Kosten und Folgen des Bads nicht rückgängig gemacht werden können. Eigenständige Entwicklungen und Planungen werden nicht mehr möglich sein.
In einem Leserbrief von Herr Maier im letzten Jahr wurde die Situation in der Lobdengauhalle in Ladenburg beschrieben: Bescheidenen Trainingsmöglichkeiten, zentimeterhohes Wasser in den Toiletten, Geruchsbelästigung in den Umkleiden, bei Regen tropft es von der Decke. Die Renovierung ist dringend notwendig, die Hallensituation angespannt. Es wurde sogar schon über eine Bürgerbeteiligung bei den Kosten nachgedacht. Wird so die Zukunft auch in Ilvesheim aussehen? Daseinsvorsorge beschränkt auf ein Kombibad. Gesundheitsfürsorge nur für Schwimmer? Bürgerbeteiligung durch Übernahme von Gemeindeaufgaben? Für mich ein schauriger Gedanke.
Es ist leicht heute für ein teures Bad einzutreten – und im nächsten Jahr die maroden Sporthallen anzuprangern. Das hört jeder gerne und kommt wahrscheinlich bei dem überwiegenden Teil der Leser gut an.
Im Gegensatz zu den Gemeinderäten stehen Redakteure und Journalisten eben nicht in der Verantwortung die Daseinsvorsorge auch in Zukunft für alle Bürger zu gewährleisten und können sich daher ganz unverbindlich für die aktuellen Wünsche ihrer Leser einsetzen. Es geht hier nicht um einen „Streit“ im Sinne von rot oder blau, Apfel oder Birne, es geht hier um die Zukunft der Gemeinde für die nächsten Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte. Ich weiß nicht, ob dies dem Redakteur des Kommentars so bewusst ist.

Dr. Katharina Kohlbrenner, Fraktionsvorsitzende

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