Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung letzte Woche stand die Wahl der Delegierten für die Wahl des Bundestagskandidaten auf der Tagesordnung. Hierzu waren die (bis zu diesem Zeitpunkt) zwei Bewerber um die Nachfolge Dr. Karl Lamers eingeladen sich vorzustellen und ihre persönliche Sicht auf die politische Weichenstellung für die Zukunft darzulegen. Ebenfalls eingeladen war der Bewerber für das Landtagsmandat Andreas Gabriel aus Weinheim, der „Herausforderer“ Julia Philippis, die als Nachfolgerin Georg Wackers seit zwei Jahren im baden-württembergischen Landtag sitzt. Darüber hinaus konnte die Vorsitzende Sandra Bühler die Gemeinderäte Dr. Katharina Kohlbrenner und Ralf Kohl begrüßen. Aufgrund der kurzfristigen Einladung mussten sich die amtierende Landtagsabgeordnete und ihr Zweitkandidat Bastian Schneider aus Ladenburg leider entschuldigen. Beide sind hier in Ilvesheim gut bekannt.

Für Andreas Gabriel war es Corona bedingt die erste Gelegenheit sich dem Ilvesheimer Verband als möglicher Vertreter des Wahlkreises persönlich vorzustellen. Der 38-Jahrige Ingenieur und Beisitzer im Kreisvorstand der CDU Rhein-Neckar möchte das Direktmandat für den Wahlkreis Weinheim zurückerobern, indem er an die ursprünglichen Werte und Stärken der CDU erinnert. Ein weiterer wichtiger Aspekt seiner politischen Agenda ist neben einer guten Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs die zügige Umsetzung von Verkehrsprojekten auf Landesebene wie z.B. der Bau des Radschnellwegs, der bekanntlich auch auf Ilvesheimer Gebiet entlangführen wird. Nur mit „verstärkter Technologieoffenheit“ und erhöhtem Einsatz beim digitalen Ausbau könne man mit den wirtschaftlichen Vorteilen unserer Region auch in Zukunft punkten.

Im Anschluss daran kamen die zwei Interessenten um die Nachfolge Dr. Karl Lamers zu Wort. Der zweifache Familienvater und selbständige Rechtsanwalt aus Weinheim- Hohensachsen Dr. Ulf Martini, Jahrgang 1970, kandidiert, um den Delegierten am 25. Juli eine echte Wahl zu ermöglichen. Er sieht in seiner beruflichen Unabhängigkeit einen klaren Vorteil. Durch seine Tätigkeit als Vertreter des Verbands der Insolvenzverwalter Deutschlands konnte er bereits Einblick in die politischen Arbeitsweisen in Berlin erhalten, jetzt reizt es ihn, auch mal die „andere Seite des Tisches“ kennenzulernen und – sollte er tatsächlich Bundestagsabgeordneter werden – seine Berufserfahrung einzubringen. Dass das Sanierungs- und Insolvenzrecht modernisiert werden müsse, zeigt sich gerade jetzt in der Corona bedingten Krisenzeit. Einen zweiten, dritten oder weiteren Lockdown mit all seinen wirtschaftlichen Konsequenzen und Nachwirkungen, so richtig und unabdingbar die Coronahilfen gewesen seien, könne sich unsere Gesellschaft nicht in der Weise leisten.

Auch der Heidelberger Alexander Föhr, Jahrgang 1980 und ebenfalls zweifacher Familienvater, sieht wie sein Mitbewerber die dringende Notwendigkeit für wirtschaftliche Impulse, betont dabei aber, den gesellschaftlichen Zusammenhang nicht aus den Augen zu verlieren und den Blick wieder verstärkt auf den Menschen, sei es als Patient oder Angehöriger des Pflegeberufs, zu richten. Familie und Gesundheitspolitik, sind ihm ein besonders wichtiges Thema; Europa, seine zukünftige Rolle innerhalb der Weltgemeinschaft und nachdrücklich die Chancen für die jüngere Generation innerhalb Europas eine Herzensangelegenheit.
An diesem Wochenende gab ein weiterer Kandidat überraschend seine Bewerbung für den Bundestag bekannt: der 36-jährige Heidelberger Matthias Kutsch wirft seinen Hut ebenfalls in den Ring; in der nächsten Woche werden wir an dieser Stelle den dritten Kandidaten näher vorstellen.

Die anschließende Delegiertenwahl ging zügig von statten, die 11 wahlberechtigten Mitglieder wählten für Abstimmung am 25.07. (in alphabetischer Reihenfolge): Dieter, Dominik; Kohlbrenner, Xaver; Sommer, Georg; Stephan, Tanja. Als Ersatzdelegierte stehen Dr. Kohlbrenner, Katharina und Stüber, Stephan zur Verfügung.

/Sandra Bühler

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